Ein Geburtstag zwischen Abschied und Dankbarkeit – Mani

Heute ist mein Geburtstag.
Und heute war auch die Beerdigung eines Freundes. Eines Nachbarn. Eines Menschen, der einfach dazugehörte: Onkel Mani.

Es gibt Menschen, die sind nicht einfach nur „Nachbarn“.
Sie sind ein Stück Zuhause. Ein Teil vom Viertel.
Und Mani war genau so jemand.

Er war immer lieb zu meinen Kindern – eigentlich zu allen Kindern.
Man merkte sofort: Das war kein „höflich sein“, das war echt. Mani hatte ein großes Herz, ein offenes Ohr und eine Art, die Menschen einfach gut fühlen ließ.

Selbst seine Gehbehinderung – die Fußamputation, sein Roller – hat ihn nie aus der Ruhe gebracht.
Im Gegenteil: Mani war gefühlt immer gut gelaunt. Und wenn man ehrlich ist: Er war einer von denen, die ihre Schmerzen oft verstecken. Besonders in der letzten Zeit.

Er saß bei jedem Wetter draußen – egal ob Regen, Schnee, Sonne oder Wind – unten auf dem Balkon im Erdgeschoss.
Wie ein fester Anker in unserer Straße.
Man konnte fast schon sagen: Wenn Mani da saß, dann war die Welt ein kleines Stück normaler.

Er kannte jeden. Und jeder kannte ihn.
Er wusste, was im Viertel los ist – und manchmal sogar schon, bevor es überhaupt richtig los war. 😄

Und wenn man einfach nur gefragt hat: „Hi Mani, was geht? Alles ok?“

…dann hatte man nach wenigen Minuten alle relevanten Infos aus dem ganzen Viertel.
Nicht aus Neugier oder Klatsch – sondern weil Mani aufmerksam war. Er hat hingeschaut. Er hat sich interessiert. Er war präsent.

Mani ist am 09.01.2026 gestorben.
Er lag mehrere Wochen im Krankenhaus. Er hat gekämpft.
Still, aber stark. Wie er eben war.

Und seine Beerdigung war heute – am 15.01.2026.
Genau an meinem Geburtstag.

So als hätte er im letzten Moment noch einmal sagen wollen:

„Alles Gute, mein lieber Murat.“

Heute fühlt sich mein Geburtstag anders an.
Nicht nur traurig – sondern auch irgendwie nachdenklich.
Denn dieser Tag zeigt mir, wie nah Freude und Abschied manchmal beieinander liegen.

Und er erinnert mich an etwas, das wir viel zu oft vergessen:
Kein Moment ist selbstverständlich.
Kein Gespräch. Kein Lächeln. Kein kurzes „Wie geht’s?“.

Irgendwann wird aus „Ich grüße ihn gleich“ ein „hätte ich doch…“.
Und genau deshalb sind diese kleinen Begegnungen so wertvoll. Weil sie irgendwann zu Erinnerungen werden, die man festhalten möchte – für immer.

Mani hinterlässt eine Lücke.
In unserer Straße. In unserem Alltag. In vielen Herzen.

Danke, Mani.
Danke für deine Güte.
Danke für deinen Humor.
Danke für deine Art, Menschen das Gefühl zu geben, dass sie dazugehören.
Und danke, dass du einfach da warst.

Ruhe in Frieden, „Onkel“ Mani.
Du warst ein guter Mensch. Ein Herzensmensch.
Du warst Mani.

Dein Freund und Nachbar, Murat.

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